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Castingshow-Gewinner Mohammed Assaf besucht krankes Kind im Caritas Baby Hospital

Anfang Juli besuchte der zurzeit wohl populärste Palästinenser Mohammad Assaf ein krankes Kind im Caritas Baby Hospital. Assaf gewann im Juni sensationell die gesamt-arabische Musikcastingshow "Arab Idol".

Anfang Juli besuchte der zurzeit wohl populärste Palästinenser Mohammad Assaf ein krankes Kind im Caritas Baby Hospital. Assaf gewann im Juni sensationell die gesamt-arabische Musikcastingshow "Arab Idol". Die Show ist wie "Deutschland sucht den Superstar" Ableger der britischen Erfolgs-Castingshow "Pop Idol".

Assafs Geschichte und sein Sieg bei der Show ist für die Palästinenser ein Zeichen der Hoffnung und der nationalen Einheit. Bei seinem Erfolg erhielt er 60 Millionen Stimmen, Telefongesellschaften senkten die Preise, damit die Menschen mehrmals abstimmen konnten und Politiker riefen zur Unterstützung Assafs auf. Er steht für ein neues Selbstbild der Palästinenser. Aufgewachsen in einem armseligen Flüchtlingslager im südlichen Gaza-Streifen, hat er hat den Menschen durch seinen Sieg Würde und Selbstvertrauen zurückgegeben. Sie wollen nicht länger nur mit Terrorismus, Besatzung und Gewalt in Verbindung gebracht werden. Sie besitzen auch eine Kultur, machen Musik, haben Talente, auf die sie stolz sind.

Nun nutzt Mohammad Assaf seine Popularität, um auf Probleme hinzuweisen oder schwerkranken Kindern ein wenig Freude zu schenken. Deswegen besuchte er die fünfjährige Paj im Caritas Baby Hospital. Sie leidet an einer unheilbaren Blutkrankheit und hat nur noch wenige Monate zu leben. Die Auftritte von Mohammed Assaf hat sie von ihrem Krankenbett aus verfolgt und die Wände mit Bildern ihres Idols tapeziert. Der Besuch Assafs war ihr sehnlichster Wunsch. Dass Mohammed Assaf diesem tatsächlich nachgekommen ist, zeigt seine Verbundenheit mit den notleidenden Menschen in den palästinensischen Gebieten. Er sang Paj ein ganz persönliches Ständchen und lies sie für einen Nachmittag die schwere Krankheit vergessen. 

Ebenso spontan schaute Mohammed Assaf auch im Kindergarten des Spitals vorbei. Krönender Abschluss war ein Gratis-Konzert am Abend in Bethlehem. Die Menschen feierten und wieder hatte es Mohammed Assaf geschafft, Menschen den Schrecken des Alltags zu nehmen. Niemand dachte während des Konzerts an Besatzung, an Krieg oder an den Konflikt. Eine Normalität, die für Menschen in den palästinensischen Gebieten schon lange verloren schien.