„Manchmal habe ich vor Kälte geweint“

Sozialarbeiterinnen organisieren Hilfe für bedürftige Familien Seit Jahren leben Ibrahim und Ibtisam (Namen geändert) in einer Wohnung in Bethlehem, in die es im Winter reinregnet und es durch alle Fugen und Ritzen zieht. Vor fünf Monaten kamen ihre lang ersehnten Drillinge auf die Welt.

Sobald die Sonne am Himmel steht, öffnet Ibtisam alle Fenster – in der Hoffnung, sie könne so Wärme für die Nacht einsammeln. Denn in ihrer Wohnung ist es im Winter kalt. Bitterkalt. Die Innentemperatur entspricht fast der Außentemperatur, weil die Wände dünn und die Fenster nicht isoliert sind. Dennoch leben sie und ihr Mann seit vielen Jahren in der Wohnung, denn der Vermieter drückt ein Auge zu, wenn die Miete mal zu spät oder in Raten kommt. Ibrahim arbeitet als Straßenkehrer bei der Stadt und versucht, das Einkommen damit aufzubessern, dass er abends in kleinen Geschäften den Boden wischt. Die Besitzer stecken ihm dafür ein bisschen Geld zu, manchmal etwas zu essen. Viel ist es nicht, aber es reicht zum Überleben. Während ihr Mann den Unterhalt verdient, kümmert sich die 28-jährige Ibtisam daheim um die Drillinge. „Ich habe mir immer sehnlichst Kinder gewünscht, aber gleich drei auf einmal ist sehr anstrengend!“, sagt sie.

Große Fortschritte seit dem ersten Hausbesuch

Schon bei der Geburt war Tochter Zeina die schwächste, musste immer wieder stationär im Caritas Baby Hospital aufgenommen werden. Bei einem dieser Aufenthalte fiel einer Sozialarbeiterin auf, wie ausgelaugt die Mutter war und sprach sie an. Aus dieser Begegnung hat sich eine intensive Betreuung entwickelt. „Am Anfang war ich in Sorge. Beim ersten Hausbesuch roch es nach Schimmel, die Wohnung war nicht sehr sauber – kein guter Ort für kleine Kinder“, berichtet Sozialarbeiterin Jumana Kaplanian. Aber mit jedem Besuch nimmt die Sozialarbeiterin Verbesserungen wahr. Die Wohnung ist inzwischen frisch gestrichen, sauber, gut gelüftet. Die Eltern sorgen nach ihren Möglichkeiten für ihre drei Wunschkinder.

Mit der Anschaffung der dreifachen Erstausstattung für die Kinder kamen Ibrahim und Ibtisam schnell an finanzielle Grenzen. Doch auch hier konnte die Sozialarbeiterin des Caritas Baby Hospital mit ein paar Anrufen bei Partnerorganisationen Hand bieten. Das Wichtigste waren Decken, damit die Babys nachts nicht frieren. „Deswegen ziehe ich die Kleinen auch wie Zwiebeln an, eine Lage über die andere“, erklärt Ibtisam. „Manchmal“, so gesteht sie, „habe ich nachts geweint, so kalt war es.“ Umso wichtiger ist der kleine Heizofen, den sie seit der Geburt der Kinder haben. Damit können sie ein Zimmer aufwärmen. Richtig warm wird es nicht, aber immerhin weniger kalt.

Schauen, dass alles in Ordnung ist

Sozialarbeiterin Jumana macht regelmäßig Hausbesuche bei der Familie, um zu sehen, ob daheim alles in Ordnung ist. Sie erklärt den Eltern, wie wichtig saubere Luft für die Kinder ist. Da die Drillinge häufig erkältet sind, hat die Mutter Angst, dass sie sich untereinander anstecken. Sie bespricht es mit der Sozialarbeiterin und lernt, dass der Schnuller nicht von einem in einen anderen Mund gesteckt werden soll oder dass Händewaschen das Infektionsrisiko senkt. Für all diese kleinen Hilfen sind Ibtisam und ihr Mann dem Caritas Baby Hospital unendlich dankbar. „Ich weiß nicht, wie wir sonst über den Winter kommen würden.“

Text: Livia Leykauf

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