Trotz aller Hürden - Hilfe für Miral

Trotz aller Hürden - Hilfe für Miral


Arbeitslosigkeit, ein schwerer Unfall und Straßensperren belasten die Familie Alameh. Als die fünfjährige Miral erkrankt, findet sie im Caritas Baby Hospital die medizinische Hilfe, die sie dringend benötigt.

Eine Familie stößt an ihre Grenzen

Ein Unfall, fehlende Arbeit und die täglichen Einschränkungen im Westjordanland prägen das Leben der Familie Alameh. Als die fünfjährige Miral krank wird, bringt erst die Behandlung im Caritas Baby Hospital die Wende – und neue Zuversicht.

Miral lebt mit ihren Eltern Mohammad und Maha in Beit Ummar, einem Dorf nördlich von Hebron. Beide Eltern sind ausgebildete Buchhalter, konnten jedoch nie eine feste Anstellung in ihrem Beruf finden. Zuletzt arbeitete Mohammad auf einer Baustelle. Dort stürzte er von einem Gerüst. Seit dem Unfall kann er seinen rechten Arm nicht mehr bewegen und kaum noch körperlich arbeiten.

Schlechte Aussicht auf eine feste Arbeit

Im Westjordanland liegt die Arbeitslosigkeit bei fast 30 Prozent. Auch Maha hat deshalb nur geringe Hoffnung, eine passende Stelle zu finden. Eine Arbeitsstelle außerhalb des Dorfes anzunehmen, wäre zudem mit langen und unsicheren Fahrten verbunden. Zahlreiche Straßensperren und Kontrollen schränken die Bewegungsfreiheit rund um Beit Ummar stark ein.

Derzeit ist die Familie auf die Unterstützung von Verwandten angewiesen. Hinzu kommt das, was der eigene Garten und einige Nutztiere zum Lebensunterhalt beitragen. In einer umgebauten Garage hält die Familie Hühner.

Der Sozialdienst macht sich selbst ein Bild

Als Mitarbeitende des Sozialdienstes des Caritas Baby Hospital bei der Familie eintreffen, flattern die Hühner aufgeregt in ihrem Gehege. Der Weg von Bethlehem nach Beit Ummar hat an diesem Tag beinahe drei Stunden gedauert. Normalerweise wäre die Strecke in etwa 20 Minuten zu bewältigen. Unterwegs muss der Fahrer mehrfach nach einer passierbaren Route suchen, Straßensperren weiträumig umfahren und sich dem Dorf über verschiedene Nebenstraßen nähern.

Der Hausbesuch soll der Familie helfen. Zugleich dient er dazu, ihre wirtschaftliche Situation sorgfältig zu prüfen. Denn damit die vorhandenen Mittel möglichst gerecht eingesetzt werden, muss der Sozialdienst nachvollziehen können, welche Familien finanzielle Unterstützung benötigen. Trotz ihrer knappen Mittel und obwohl Ramadan ist, besteht Maha darauf, den Gästen aus Bethlehem in der makellos sauberen Wohnung eine Erfrischung anzubieten. Miral, um die es bei dem Besuch eigentlich geht, versteckt sich zunächst schüchtern hinter dem Sofa.

Als Miral krank wurde

Einige Monate zuvor hatte das Mädchen über ein Brennen beim Wasserlassen geklagt. Wenig später nässte sie wieder ein – sowohl tagsüber als auch nachts. Ihre Eltern brachten sie zunächst in ein Krankenhaus in Hebron. Doch Mirals Zustand besserte sich nicht. Für Mohammad und Maha stand schließlich fest: „Das Kind muss ins Caritas Baby Hospital.“

Für die Familie bedeutete dies trotz aller Hindernisse erneut eine beschwerliche Fahrt. Doch im Caritas Baby Hospital erhielt Miral die gezielte medizinische Versorgung, die sie brauchte.

Das Kind muss ins Caritas Baby Hospital.

Eltern von Miral

Die richtige Diagnose ermöglicht eine gezielte Behandlung

Eine Bakterienkultur zeigte, welcher Erreger die Harnwegsinfektion verursacht hatte. Dadurch konnten die Ärztinnen und Ärzte das passende Antibiotikum auswählen und Miral gezielt behandeln.

Ihr Zustand besserte sich rasch. Weitere notwendige Untersuchungen konnte sich die Familie allerdings nicht aus eigener Kraft leisten. Erst die finanzielle Unterstützung durch den Sozialdienst des Caritas Baby Hospital machte die zusätzliche Diagnostik möglich.

Der Fall zeigt, wie eng medizinische und soziale Hilfe miteinander verbunden sind. Eine präzise Diagnose allein reicht nicht aus, wenn Familien die erforderlichen Untersuchungen und Behandlungen nicht bezahlen können.

Hoffnung auf die Rückkehr in den Kindergarten

Beim Besuch des Sozialdienstes kommt Miral schließlich hinter dem Sofa hervor. Sie erzählt, dass sie ihre Freundinnen vermisst und gerne wieder in den Kindergarten gehen möchte.

Auch Mohammad und Maha blicken wieder zuversichtlicher nach vorn. Sie sind dankbar, dass ihre Tochter im Caritas Baby Hospital umfassend behandelt wurde.

Für Familien wie die Alamehs ist die Kinderklinik in Bethlehem trotz Straßensperren, langer Wege und wirtschaftlicher Not häufig die einzige erreichbare Anlaufstelle für spezialisierte Kindermedizin. Hier erhalten Kinder nicht nur eine Behandlung – sondern die Chance, wieder gesund in ihren Alltag zurückzukehren.

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