
Weihnachtsreportage 2026: Ärztliche Betreuung rettet 11-jährigem Lary das Leben
Unterstützung in Notsituationen: Das Caritas Baby Hospital ist da
Sie kennen das Caritas Baby Hospital bereits: Ihr sechsjähriger Sohn Faris ist dort in Behandlung. Dann plagen kurz vor Weihnachten den älteren Sohn der Familie Hazboun, Lary, starke Kopfschmerzen und Krampfanfälle. Im Caritas Baby Hospital führen diese Symptome die Ärzte auf die Spur eines lebensbedrohlichen Abszesses im Gehirn. Lina Rahil, Leiterin des Sozialdienstes im Caritas Baby Hospital, handelt schnell, als es drauf ankommt: Innerhalb von 24 Stunden organisiert sie den Krankentransport des elfjährigen Jungen nach Amman in Jordanien.
Es sind nur wenige Schritte vom Haus der Familie Hazboun bis zur Geburtskirche Jesu in Bethlehem. Wann immer sie können, nehmen die Eltern Nisreen und Charlie ihre Söhne Lary (11) und Faris (6) mit hierher. Sie zünden Kerzen an und verharren im Gebet vor einer der Ikonen neben der Grotte, in der ein silberner Stern die Stelle von Jesu Geburt markiert.
Gründe zum Beten hatten die Kindergärtnerin und der Elektriker in den letzten Jahren genug. Als ihr Sohn Faris anderthalb Jahre alt war, bemerkten sie, dass etwas nicht stimmt. Sie wandten sich an das Caritas Baby Hospital, das einzige auf die Behandlung von Kindern spezialisierte Krankenhaus in Palästina. Dort wurde Autismus in Verbindung mit ADHS bei Faris festgestellt. Die Diagnose des Neurologen Dr. Nader Handal stellte das Leben der Familie auf den Kopf.

„Es gibt keine vergleichbare Einrichtung wie das Caritas Baby Hospital in der Region.“

Das Caritas Baby Hospital wurde für die Familie zur festen Anlaufstelle. „Wir kommen nicht nur mit den großen Problemen. Wir können uns jederzeit und mit allen Fragen an die Ärzte und Betreuer wenden. Es gibt einfach keine vergleichbare Einrichtung wie das Caritas Baby Hospital in der Region“, sagt Mutter Nisreen. „Hier werden wir auch finanziell und emotional unterstützt. Die psychosoziale Beratung hat mir geholfen, stark zu bleiben und mich der Situation zu stellen.“
Faris habe Glück, so eine Mutter zu haben, betont die Sozialarbeiterin des Kinderkrankenhauses, Lina Rahil. „Nisreen gibt nie auf. Sie will das Beste für ihre Kinder, liest viel und bildet sich weiter, um Faris bestmöglich in seiner Entwicklung zu fördern“. Der behandelnde Neurologe Dr. Handal ist mit der gesundheitlichen Entwicklung zufrieden: „Der Blickkontakt hat sich verbessert, sensorische, Sprach- und Beschäftigungstherapie wirken sich positiv aus, und die Medikamente gegen Hyperaktivität schlagen gut an. Die Chancen stehen gut, dass Faris ein selbständiges Leben führen kann.“
Auch Lary mit akuten Beschwerden ins Kinderkrankenhaus eingeliefert
Den Autismus von Faris haben die Hazbouns im Griff. Zur Ruhe kommt die Familie allerdings nicht. Im Dezember 2025, kurz vor Heiligabend, klagt ihr älterer Sohn Lary über starke Kopfschmerzen. Es folgen so starke Krampfanfälle, dass die Eltern mit ihm ins Caritas Baby Hospital fahren.
Dort zeigt die eingeleitete Computertomographie eine Zyste – gutartig zwar, aber alles andere als harmlos. Die Ärzte vermuten, dass die Erreger einer Nasennebenhöhlenentzündung bis ins Gehirn vorgedrungen sind und dort die Entwicklung eines Abszesses ausgelöst haben. Dieser verursacht die Schmerzen und Krämpfe. Dr. Handal will Lary eine riskante Operation ersparen. Zwei Wochen lang kämpfen die Ärzte mit hochdosierten Medikamenten darum, den Abszess unter Kontrolle zu bringen.

Auf Betreuung über die Weihnachtstage folgt entschlossenes Handeln zur Lebensrettung
Nisreen kann dank der existierenden Mütterabteilung im Kinderkrankenhaus an der Seite ihres Sohnes bleiben. Die Angst um Lary und die Trennung der Familie an Weihnachten seien schwer gewesen, sagt sie später, aber das Caritas Baby Hospital habe sie gut aufgefangen. „Es fühlte sich an wie ein Zehn-Sterne-Hotel, und das Programm für die Kinder mit Weihnachtsmann und Clowns haben Lary gutgetan.“
Die Kontrolle des Abzesses nach zwei Wochen ergibt: Die Medikamente haben nicht angeschlagen, der Entzündungsherd ist drastisch gewachsen. Der Druck auf das Hirn steigt stündlich und mit ihm die Angst des Neurologen, der Abszess könne aufbrechen – ein wahrscheinliches Todesurteil. Dr. Handal weiß, dass kein Krankenhaus im Westjordanland für so einen Eingriff ausgerüstet ist. Der Weg in eine israelische Einrichtung ist durch die angespannte politische Lage kurzfristig versperrt. Larys einzige Chance ist Jordanien, sofort. Selten gelingen die komplizierten Genehmigungsverfahren in weniger als einer Woche – Zeit, die Lary nicht hat. Der Arzt gibt ihm 48 Stunden.
Das Motto lautet: Wir sind da!

Lina Rahil, Leiterin des Sozialdienstes im Caritas Baby Hospital, hat zu dieser Zeit frei, denn am 6. Januar ist Dreikönigstag und orthodoxes Weihnachtsfest. Überall in Bethlehem wird gefeiert. Doch als sie bei einem Anruf aus dem Caritas Baby Hospital von der Situation erfährt, zögert sie keine Sekunde. „Wir sind da! Das ist unser Motto, und das heißt, dass wir Lary nicht allein lassen.“ Sie kennt Familie Hazboun. Sie begleitet die Familie, seit bei Faris Autismus diagnostiziert wurde.
Rahil greift zum Telefon. Es wird ein nervenaufreibender Koordinierungsmarathon. Eine Genehmigung für den Transport innerhalb von zwei Tagen für den kranken Jungen, verspricht ihr ein zuständiger Beamter. Die resolute Christin lässt nicht locker. Sie weiß: Zwei Tage hat Lary nicht. Rahil überzeugt den Mann, trotz des Feiertags ins Amtsgebäude zu kommen. Gleichzeitig organisiert sie einen Transport für den nächsten Tag. Der Fahrer der Ambulanz hält sie für verrückt.
Gemeinsam auf Hochtouren für das Leben von Lary
Im Caritas Baby Hospital setzt man an diesem orthodoxen Weihnachtstag ebenfalls alle Hebel in Bewegung, um die enormen Kosten von den Schultern der Eltern zu nehmen. Dr. Handal informiert seinen Kollegen in Amman. Der Neurologe hat seine pädiatrische Facharztausbildung in dem Krankenhaus gemacht, in dem Lary operiert werden soll. Der gute Draht hilft, den Eingriff bestmöglich vorzubereiten.
Nisreen Hazboun packt derweil die Taschen. Dann gibt es grünes Licht. Während Lary und sein Vater Charlie in der Ambulanz über die Grenze fahren, müssen Nisreen und ihr zweiter Sohn Faris den komplizierten Grenzübergang selbst organisieren. „Nisreen hat gekämpft wie eine Löwin“, erzählt Lina Rahil später.
Doch auch Rahil beeindruckt mit ihrer Hartnäckigkeit. Der Fahrer der Ambulanz, mit dem die Leiterin des Sozialdienstes bisher nur telefoniert hat, habe darauf bestanden, sie kennenzulernen, lacht Rahil. Er wolle sehen, wer hinter all dem steht. Dass alles so möglich war, sei aber, so betont Rahil immer wieder, dem Einsatz des gesamten Caritas Baby Hospitals zu verdanken. Sie alle wollten Larys Leben retten.

Unterstützung des Kinderkrankenhauses auch in Jordanien
In Jordanien angekommen, verliert das dortige Team dank der sorgfältigen Einweisung durch Dr. Handal keine Sekunde. Der lebensrettende Eingriff ist erfolgreich. Zehn Tage muss Lary im dortigen Krankenhaus bleiben, anschließend kommt die Familie bei Verwandten in Amman unter. Zwei weitere Monate lang muss Lary regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen, bevor die Familie nach Bethlehem zurückreisen kann.
„Wir sind da!“ - dieses Motto des Caritas Baby Hospitals gilt auch in Amman. Umgerechnet 125 Euro kostet die Nachsorge täglich, eine finanzielle Last für die Familie. „Ich habe die langjährigen Netzwerke des Caritas Baby Hospitals genutzt und die Verbindung zu Hilfsorganisationen hergestellt, die der Familie in Jordanien geholfen haben“, so Rahil. Dennoch verblieben Kosten, die ausnahmsweise das Caritas Baby Hospital übernahm.

Viele positive Verbindungen zum Caritas Baby Hospital
Bis heute kommen die Hazbouns mit ihren Kindern regelmäßig zur Nachsorge ins Caritas Baby Hospital. Besonders für Faris seien Arztbesuche immer mit Stress verbunden, so Nisreen. „Aber die Leute vor Ort sind so freundlich, dass man sich wie zuhause fühlt.“ Dazu tragen für die Christin neben der ausgezeichneten Qualität der ärztlichen Versorgung die christlichen Werte des Hauses bei. Und ihr Neurologe? „Dr. Handal ist Spitzenklasse. Die Kinder lieben ihn!“
„Lary hatte Glück. Ohne die Krampfanfälle wäre der Abszess wohl nicht rechtzeitig entdeckt worden. Sie haben ihm quasi das Leben gerettet“, sagt Dr. Handal. Noch bekommt der Junge vorbeugend Medikamente, die erneute Krämpfe verhindern sollen. Ihre Dosis soll schrittweise reduziert werden. Gelegentlich besucht Rahil die Hazbouns. Sie wolle die Familie emotional entlasten, erklärt die Sozialdienstleiterin, deren Engagement das Schicksal von Lary maßgeblich gewendet hat.
Lary zeigt unterdessen seine Narbe am Kopf. Dann nimmt er Faris an die Hand und sie zünden Kerzen in der Geburtskirche in Bethlehem an. Das Weihnachtswunder ist gut ausgegangen für die Hazbouns.
Eine Reportage von Andrea Krogmann.
Bilder in hoher Auflösung
Zwei Varianten als PDF zum Download
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